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29. Juli 2019

„Erfahrung gepaart mit Wissen ist die beste Mischung“

„Erfahrung gepaart mit Wissen ist die beste Mischung“ „Great Job, du hast soeben dein anstrengendstes Workout jemals gemeistert. Teile dies gleich mit deinen Freunden auf Facebook und Instagram" schallt es ein wenig mechanisch aus dem smarten Telefon. Bruchteile einer Sekunde später fügt eine menschenähnliche Computerstimme unberührt hinzu: „Ich habe jedoch über deine Handykamera gesehen, dass du bei der Tiefe deiner Kniebeugen etwas geschummelt hast." Was sehr nach dem fiktiven Roman „1984" von George Orwell klingt, wird seit den 2000er-Jahren immer mehr zur Realität. Auch wenn das orwell'schen Meisterwerk nicht zwingend positiv für die darin unterjochte Menschheit war, können neue Technologien und Methoden im Trainingsbereich doch auch ein Versprechen für eine gesündere Zukunft sein.
Georg Pfeilstetter ist studierter Sportwissenschaftler. Mit seinen 52 Jahren zählt er im jungen Team von Hans Friedl zu den alten Hasen. Auf dem Trainingssektor hat er seit vielen Jahren Trends kommen und beinahe genauso viele auch wieder gehen gesehen. Er schmunzelt bei der Frage, wie es denn um „Trends" im Sportbereich bestellt sei. Etliche hat er bereits miterlebt. Gewisse Neuerungen jedoch, haben sich in den letzten Jahren bewährt. So findet seit der Fußball- Weltmeisterschaft 2014 – heute wohl nicht mehr zwingend imaginabel, dass damals die Deutsche Nationalmannschaft in Rio de Janeiro den WM-Titel holte – eine Trainingsmethodik namens „Neuroathletik" Einzug in die traditionelle Trainingslehre. Anstatt rein biomechanisch Muskeln und Gelenke zu trainieren, verlangt der neurozentrierte Trainingsansatz Bewegung genau dort zu verbessern, wo sie initiiert wird: im zentralen Nervensystem (ZNS). Durch Übungen für die Augen, das Gleichgewicht und die Kontrolle in den Gelenken soll eine Leistungssteigerung möglich sein. Was abstrakt klingt, ist jedoch seit 2016 im Therapie- und Trainingszentrum Hans Friedl ungemein erfolgreich. Schlaganfallpatienten können plötzlich wieder mehr Koordination aufbringen, Rehabilitationszeiten verringern sich und Sportler können auf einmal wieder ihre volle Leistung abrufen.
Geht es nach Georg Pfeilstetter und seinem dem Bayern nicht unüblichen, ruhig-sachlichem Temperament, darf man sich von neuen „Methoden" nicht nervös machen lassen. „Viele Dinge" so der Sporttherapeut „gab es bereits vor 15 Jahren, sind dann aber wieder verschwunden und kommen nun unter neuem Namen als Weltneuheit daher." Es ist in der Tat so, dass das Rad auch im Sektor der Trainingstherapie nicht täglich neu erfunden wird. Dass es sich jedoch ständig weiterdreht und damit den Trainern auch die Notwendigkeit von Weiterbildungen aufzeigt, ist nicht abzustreiten. Pfeilstetter ist beispielsweise ein wandelndes Lexikon was die Rehabilitation sowie das Trainingsmittel Kettlebell betrifft. Aber auch auf diesen Gebieten besucht er eigeninitiativ Workshops, Fachtagungen und Weiterbildungen. „Meine letzte Fortbildung war auf dem Gebiet des neurozentrierten Trainingsansatzes bei Dr. Eric Cobb von Z-Health. Davor habe ich Lehrgänge zum Thema Kettlebell- und Slingtraining sowie Schulungen rund um den Rehasport. Letztere sind im Zuge der Lizenzerneuerung im Rehasport in regelmäßigen Abständen obligatorisch." Den Sportwissenschaftler treibt jedoch nicht nur die Pflicht an, sich stetig weiterzuentwickeln: „JedeTrainingsform, die in unserem Trainings- und Therapiezentrum täglich im Einsatz ist, sollte beherrscht werden. Einerseits sorgt es für Variabilität und Abwechslung in den Trainingsstunden, andererseits sind Fort- und Weiterbildungen auch elementar, um etwas kritisch hinterfragen zu können." Als Nächstes wolle er sich im Übrigen noch intensiver mit dem Trainingsmittel „Minibands" auseinandersetzen – dies fehle ihm noch und reize ihn enorm. Mit dieser Leidenschaft, sich ständig zu verbessern und seinen Patienten damit regelmäßig etwas „Neues" bieten zu können, hat es Georg Pfeilstetter geschafft, ein Trainings-Sammelsurium zu erarbeiten, das jede Stunde kurzweilig und spannend werden lässt.
Dass er mal einem Computer oder einem Roboter weichen wird, kann er sich derzeit nicht vorstellen. Während gesunde Menschen durchaus mit standardisierten Trainingsprogrammen „online" trainieren könnten, sehe er in der Therapie von Verletzungen die Handlungsabläufe „offline" noch klar bevorteilt: „Speziell in der Therapie hat das flexible Anleiten einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert. Körperliche Reaktionen zum letzten Training, Verschlechterungen im Heilungsverlauf oder auch ein mentaler Tiefpunkt des Gegenübers – in der Rehabilitation muss man schnell und empathisch reagieren können." Eine Gabe, die von Angesicht zu Angesicht besonders gut funktioniert.

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